Öffentlicher Abend Bestattungen in Billerbeck

Lesen Sie hier den Pressebericht von Leon Seyock (AZ) zu unserem öffentlichen Abend

Billerbeck. Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, werfen sich viele Fragen auf. „In der eigentlichen Situation ist man dann oft überfordert. Daher ist es sinnvoll, sich schon frühzeitig mit dem Thema Bestattung zu befassen“, sagt Dorette Durstewitz-Knierim. Sie ist die Vorsitzende der Hospizgruppe, die Interessierte zu einem öffentlichen Abend in die Alte Landwirtschaftsschule eingeladen hat. Rund 40 Bürger sind der Einladung gefolgt. Der Vortrag, den Maria Nagorsnik-Höing, Marietherese Maeßen und Christa Gundt vorbereitet hatten, entwickelte sich schnell zu einem offenen Gespräch. Die Hospizgruppe hatte zu diesem Abend neben zwei Bestattern, auch Vertreter der Stadt Billerbeck sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde eingeladen.

„Wir wurden öfters auf das Thema angesprochen“, erklärte Maria Nagorsnik-Höing, warum die Hopsizgruppe den Infoabend durchführte. Um auf einen Sterbefall vorbereitet zu sein, hatte die Hospizgruppe zunächst erläutert, was im Fall der Fälle zu tun ist (siehe Infobox). Dabei sei es wichtig zu wissen, dass man nicht allein sei und viele Aufgaben von dem jeweiligen Bestatter abgenommen würden. Auch die Hospizgruppe stehe den Betroffenen zur Seite. Trauerbegleiter unterstützen die Angehörigen zwischen Tod und Beerdigung. Sterbebegleiter begleiten sterbende und schwerstkranke Menschen in ihren letzten Stunden, Tagen, gar Wochen und Monaten vor dem Tod. Falls Betreuung, auch speziell für Kinder, gewünscht werde, könne man sich an die Hospizgruppe wenden. Zudem findet jeden Dienstag ein offenes Gesprächsangebot von 17.30 bis 18 Uhr in den Räumen der Hospizgruppe statt. telefonisch ist die Hospizgruppe unter Tel. 02543/931188 erreichbar.

Auf großes Interesse stieß die Vorstellung der verschiedenen Bestattungs-Möglichkeiten, die es in Billerbeck gibt. Es gibt unterschiedliche Arten der Reihen- und Wahlgrabstätten sowie Urnengrabstätten. Neben den traditionellen Pflegegräbern, werden in Billerbeck auch pflegefreie Bestattungsformen angeboten wie die Wiesengräber auf dem neuen Friedhof. Auch alternative Bestattungsformen sind entwickelt worden. Das sind der sogenannte „Fluss des Lebens“ auf dem Alten Friedhof sowie Baumgräber und Gemeinschaftsgräber auf dem Neuen Friedhof. Alle drei Bestattungsformen sind pflegeleicht angelegt. Ab Herbst sei zudem angedacht, so Messing, alte Gruften auf dem Alten Friedhof, deren Denkmäler prägend sind und nach der Nutzungsdauer zurückgegeben werden, neu aufgearbeitet und zu Gemeinschaftsgräbern mit Urnenbestattungen umzugestalten.

Appelliert wurde seitens der Stadt bei dem Infoabend, dass auf diesen Wiesengräbern kein Grabschmuck aufgestellt werden darf. Denn: Als pflegefreie Bestattungsform ist dort keine gärtnerische Gestaltung möglich. Auf die Frage eines Zuhörers, ob eine anonyme Bestattung in Billerbeck möglich sei, verneint Messing. Eine Alternative dazu könnte das Gemeinschaftsgrab auf dem neuen Friedhof sein. Dort würden aber dennoch die Namen der Verstorbenen in einen zentralen Stele eingraviert.

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